Philisophie

Montag, 14. juli 2008
Jetzt mal ehrlich. Wer hat noch nie jemanden zum Teufel gewünscht? Ich brauche keine Antwort. Jeder der älter als 10 Jahre ist, kennt diese innigliche Gefühl. „Der Teufel soll dich holen!“ sagen oder denken wir zu oder über missliebige(n) Zeitgenossen. Aber der Teufel holt sie nicht. Und sie gehen auch nicht zu ihm. Sie bleiben, sie bleiben hier. Bei uns. Und das oft sehr, sehr lange. Selbst wenn sie sterben sollten, im günstigsten Falle, nagt der Zweifel, ob sie in dieser von uns so fantasievoll gestalteten höllischen Hölle auch landen. Zum Teufel damit!
Einen wundervollen, geliebten Menschen hat wohl noch keiner von uns aus vollem Herzen zu Gott geschickt. Ich jedenfalls nicht. Den holt sich ja auch Gott bekanntermaßen immer sehr gerne sehr früh ab.
Wie jetzt?  Die Schweinepriester bleiben immer um mich herum, solange ich lebe und die gottgefälligen werden immer weniger? Ja, wer bin ich denn?
Je mehr ich diesen Gedanken weiter spinne, um so weniger möchte ich die Antwort wissen.

von Bacci
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Freitag, 27. juni 2008
Schon mal darüber nachgedacht? Strom entsteht nur dann, wenn ein „Plus-Pol“ und ein „Minus-Pol“ vorhanden ist. Unsere Welt rotiert nur deshalb so friedlich durch die Jahreszeiten, weil die Erdachse sich am Nord- und am Südpol festhalten kann.  Dadurch entsteht zwangsläufig Tag und Nacht, Sommer und Winter, Hell und Dunkel, Nass und Trocken, Dürr und Üppig, Ebbe und Flut und so weiter und so fort.
Spinnen wir mal diesen Gedanken weiter und betrachten unseren Alltag:
Da sind Schwäche und Stärke, Dummheit und Klugheit, Liebe und Hass, Gut und Böse, Reich und Arm, Träumer und Realisten, Gewinner und Verlierer, Sanftheit und Brutalität, Trauer und Glück, Spät und Früh, Mut und Feigheit, Süß und Sauer, Freund und Feind und so weiter und so fort.
Dann gibt es noch: Das Diesseits und das Jenseits, Gott und den Teufel, Hölle und Paradies, Geburt und Tod, Gläubige und Ungläubige, Selige und Verdammte, Sünder und Heilige und nicht zuletzt im Universum: Materie und Antimaterie.
Und nun ist gut. Jetzt kann jeder für sich selbst mal weiterdenken.
Komisch, eigentlich wollte ich nur ein paar Zeilen darüber schreiben, wie wohl ich mich in meiner Beziehung fühle. Ich, ein Mann und sie, eine Frau.
von Bacci
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Montag, 23. juni 2008

Donnerstag und Freitag habe ich auf ein wichtiges Paket gewartet, daß mit der DHL geliefert werden sollte. 2 Tage, von früh morgens bis nachmittags bin ich ohne Ausnahme auf Bereitschaft gewesen, um es entgegen zu nehmen. Es kam nicht. Am Samstag lag dann die "Benachrichtigung Paketzustellung" in meinem Briefkasten, weil ich nicht anzutreffen war. Heute kann ich zu meiner "Ausgabenstelle Postbank Filialvertrieb AG" latschen, um diese paar Kilo höchstpersönlich durch meinen halben Stadtteil zu schleppen. Schätze, die DHL hat in dem von mir bezahlten Porto einkalkuliert, daß nur der Empfänger der Lieferung die notwendige Sorgfalt aufbringt, für die sie garantiert. Da wäre was dran.
Es sind diese kleinen Alltäglichkeiten, bei denen ich mich manchmal frage: Ist da nicht eine Geschichte drin, die du schon kennst? Ist da nicht ein "Schon-Wieder"? Aber ja. Es ist eine Geschichte vom Warten und Erwarten. Als Kind wartet man darauf, daß Mama und Papa immer da sind, als Jugendlicher, daß man ernst genommen wird, als Erwachsener, daß es Gerechtigkeit gibt und jetzt, jetzt ist mir klar, um was es geht! Ich muß nur noch die richtigen Worte finden. Einen kleinen Moment ... ...

von Bacci
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Mittwoch, 18. juni 2008
Sagt jemand, "Wenn das so weitergeht, stehe ich bald vor dem absoluten Nichts!", dann weiß man als erfahrener Mitmensch, das riecht nach Katastrophe und sucht sich rasch einen Gesprächspartner, der bessere Laune hat. Findet man sich selbst in so einer Situation wieder, so wird schnell deutlich, das Nichts nichts für uns ist. Angst, Panik, Verzweiflung und Depressionen lassen in dieser Hinsicht keine Zweifel zu. Auch das Freunde, Bekannte, ja selbst die Beziehung sich ebenfalls dann gerne in Nichts auflösen, hilft nicht wirklich weiter. Das einzige, was stets übrig bleibt, ist die Familie, weil, die ist immer da. Die bestätigt dann gerne, daß sie schon immer nichts von unseren Ideen gehalten hat und aus uns wohl nie etwas werden würde, wir folglich ein Nichts bleiben. So gesehen, kommt auch von dort nichts, was richtig brauchbar wäre.
Ich selbst habe dieses absolute Nichts zwei Mal in meinem Leben erlebt. Jedesmal füllte das, sagen wir mal Schicksal, dieses Vakuum so nach und nach mit einem Leben auf, das mir vor dem Nichts nicht mal im Traum eingefallen wäre. In einem guten Traum.
Mal logisch betrachtet: Wenn Werden und Vergehen unsere Welt bestimmt, was es ja tut, dann ist Etwas immer auf dem Weg zum Nichts, und Nichts kann deshalb nur auf dem Weg zu Etwas sein. Logisch. Fazit: Nur im Nichts kann man sich auf Etwas freuen. Im Etwas lauert dagegen die ständige Angst vor dem Nichts. Also, wovor fürchten wir uns am meisten? Vor der Angst oder vor der Freude?
Nichts verstanden? Macht nichts. Ich hab mir ja gerade nur über etwas Gedanken gemacht, weil ich im Moment nichts Besseres zu tun habe.
von Bacci
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Donnerstag, 5. juni 2008
Kürzlich fragte mich mein Bruder während eines Gott-Und-Die-Welt-Gesprächs: "Hast du schon mal davon gehört, daß während einer Rückführung oder Reinkarnations-Therapie jemand entdeckt hat, daß er in seinem früheren Leben der wasserköpfige Dorfdepp einer gottverlassenen Ansiedlung im Niemandsland von Irgendwo war?" Er hat recht. Davon habe ich noch nie gehört. Das ist interessant. Unter diesem Aspekt betrachtet, werde ich meine persönliche Selbstfindung noch einmal genau überdenken.
von Bacci
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Freitag, 16. mai 2008
Heute war ich bei meinem Zahnarzt. Ein empfehlenswerter Mensch und Könner auf seinem Gebiet. Ein Mensch mit Humor und hoher Profession. Ich freue mich jedesmal, wenn ich ihn sehe, aber jedesmal ist es schmerzhaft. Für mich. Während er sich in meine Mundhöhle reinbeugt, sind wir uns so nah - und doch trennen uns Welten.
Im Schwabenland hatte ich in der Berufsschule einen alten Lehrer, der unter Rommel den Afrikafeldzug überlebt hat. Der fragte mich mal auf derb schwäbisch:
"Woischt waas relativ isch, du Gescheitle?"
Natürlich wußte ich das nicht.
"Wenn ich dir mein Finger in Arsch nei steck, dann hen mir beide an Finger im Arsch - aber i bin dann relativ besser dro (offenes schwäbisches "O")".

Es gibt Momente, da glaube ich zu verstehen.
von Bacci
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