Saturday, 26. july 2008 6 26 /07 /Juli /2008 05:08
Ich bin eigentlich noch nicht richtig alt. Alt waren meine Großeltern, die kannten noch den Kaiser. Die Eltern kannten Adolf Hitler und die „schlechte Zeit“. Es war sehr ermüdend, diesen zwei Generationen immer wieder zuhören zu müssen. Ihre Geschichten, ihre Erfahrungen von „Damals“. Unsereins gehörte zu den geburtenstarken Jahrgängen. Keine Ahnung was das sein sollte, aber wir vermuteten, die Alten hatten reichlich Sex. Überall war alles voll von Schülern, Lehrlingen und Studenten. Dann kam die Warnung vor dem „Pillenknick“. Damit waren wir gemeint. Keine Ahnung was die damit meinten, aber wir hatten reichlich Sex ohne damit Schulen und Universitäten mit Nachschub zu überschwemmen. Selbst Katholiken ausserhalb vom Vatikanstaat betrieben Spaßvögeln. Langsam fängt man an zu verstehen. Irgendwie scheint überall Nachwuchs zu fehlen. Dort wo man ihn brauchen könnte.
Aber etwas ändert sich gerade. Das war mir neu. Das habe ich bis jetzt noch gar nicht so richtig wahrgenommen. Die heutigen Kiddings haben auch reichlich Sex. Nur, in der riesigen Familie der Hartz-IV-Empfänger können sie sich kaum noch Kondome, geschweige denn, die Pille leisten!
Für Nachschub wird wohl zukünftig gesorgt sein. Bin mal gespannt, wie die Staatstragenden den in Nachwuchs umwandeln werden. Das werden sie ja wohl tun?

von Bacci - veröffentlicht in: Leben - Community: Kultur-Schock
Kommentar hinzufügen - Kommentare (5)ansehen
Saturday, 19. july 2008 6 19 /07 /Juli /2008 03:17
Habe bereits geschrieben und gezeichnet. Das ist nur für sie.
von Bacci - veröffentlicht in: Persönliches - Community: Kultur-Schock
Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Thursday, 17. july 2008 4 17 /07 /Juli /2008 04:11
Wenn ich an meine Aufzucht denke, dann hatte eine Antwort meines Vaters auf meine Frage nach dem „Wieso“ oder „Warum“ einer bestimmten Regel oder eines bestimmten Verbotes jahrelange Gültigkeit: „Weil ich es so sage!“
Später wurde das dann etwas verständlicher formuliert: „Solange du deine Füße unter meinen Tisch ... ...!“
Als ich später mein Elternhaus verließ, waren logischerweise noch ein paar Fragen offen. Die wollte ich mir dann selbst beantworten. Im ersten Jahr wohnte ich möbliert bei einer Witwe. Frauenbesuche nur bis 22 Uhr, keine laute Musik, Rauchen und Kochen nur bei offenem Fenster. Meine Regierung befreite mich letztendlich aus dieser weiteren Einöde der Unfreiheit. Die Bundeswehr brauchte meine Hilfe. Endlich mal ein Ort, an dem eigenes Denken und Handeln gefordert wurde. Ein Paragraph im Soldatengesetz lautete: „... bei der Überquerung eines Flusses, hat der Soldat bei einer Wasserhöhe von 1,50 Metern selbständig mit Schwimmbewegungen zu beginnen, ohne auf den Befehl darauf zu warten.“ So ähnlich war es wirklich nachzulesen. Die restlichen 20.000 Paragraphen kosteten einem allerdings bei infrage stellen mindestens das Wochenende.
Danach machte ich eine Handwerkerlehre. Drei Jahre. Dort bekam ich gezeigt, wie man es macht. So, und nicht anders. Als Geselle arbeitete ich dann in drei anderen Betrieben. Dort wurde nichts so gemacht, wie ich es gelernt hatte Auf meine Frage nach dem „Wieso“ oder „Warum“ bekam ich stets die für meine berufliche Weiterentwicklung so wichtige Antwort: „Weil wir es hier schon immer so machen!“
Nach fünf Jahren habe ich die Meisterprüfung abgelegt und auch eine zeit lang Lehrlinge ausgebildet. Endlich konnte ich jemandem zeigen, wie es wirklich geht. So, aber nicht so! Ein gutes Gefühl war das.
Seit –zig Jahren bin ich nun ein sogenannter Freischaffender. Wenn ich jetzt etwas mache, dann weiß ich „Warum“ und ich weiß auch „Wieso“. Deshalb mache ich es so, und nicht anders. Mein Handeln ist jetzt logisch begründet und macht Sinn.
Was meine Frau angeht, so sagt sie gerne zu mir „Du musst!“. Ich mach das dann auch. Aber als selbstbestimmte Person. Das beeindruckt sie. In diesem Fall gebe ich meinem Handeln eben nachträglich eine logische Begründung und verbalisiere knochentrocken den Sinn meines Tuns. Unabhängigkeit von Zwängen will erkämpft sein. Aber es lohnt sich. 
von Bacci - veröffentlicht in: Leben - Community: Kultur-Schock
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Wednesday, 16. july 2008 3 16 /07 /Juli /2008 02:38
Es hat mich damals richtig verunsichert, als ich im „Stern“ einen deutschlandweiten Restaurant-Test las, der aufzeigte, dass Sauberkeit und Hygiene in der Küche nicht identisch sein muss mit der gemütlichen und ordentlichen Atmosphäre im Gastraum. Um Rückschlüsse auf  den Zustand der Küche zu ziehen, wurde eine genaue Inspektion der Toilette empfohlen. Das war nun eine Information, die ich so gar nicht gebrauchen konnte. Weil, in dem ländlichen Idyll, in dem ich lebte, gab es keine Restaurants, sondern nur Gasthäuser. Und die hatten keine Toiletten, sondern Scheisshäuser. An zwei kann ich mich noch genau erinnern, die standen sogar im Hof . Im Sommer waren Küchentüren und –fenster weit geöffnet, damit die Fliegen im Klo bleiben. Das funktioniert. Ich habe es erlebt. Ich habe diesen Stern-Artikel schnell verdrängt und weiterhin diese fantastische Hausmannskost genossen, die ich da geboten bekam.
Viel später bin ich dann in meiner geliebten großen Großstadt gelandet. Fast alle Menschen um mich herum waren früher oder noch zur Zeit in der Gastronomie tätig. Wieviel lustige kotzspeiüble Insider-Geschichten hatten die zu erzählen. Ich habe sie alle verdrängt und gehe heute noch gerne auswärts essen.
Langsam aber wird es problematisch. Ich habe Fernsehn, Internet, Videotext, Radio und immer noch den „Stern“ und Kollegen. Selbst, wenn ich es nicht mehr zur Kenntnis nehmen will, ich muss – wir sind eine Informationsgesellschaft geworden. Für beliebige Informationen. Zur Zeit fürchte ich mich wohl mehr vor unserem Gesundheitssystem als vor einer Krankheit.
Es ist nur eine winzige Begebenheit, die mir vor ca. einem Jahr passiert ist. Sie steht in diesem Zusammenhang und ich muss selbst heute noch immer wieder daran denken. Auf einer kleinen Veranstaltung in unserer Straße stand ich etwa fünf Meter entfernt von einem „Kinder-malen-mit-Fingerfarben-Stand“. Ich nahm ein paar Züge aus meiner Pfeife und schon steuerte eine resolute junge Mutter auf mich zu und bat mich mit gefährlicher Freundlichkeit, die Richtung von dem Rauch meiner Pfeife oder meine Anwesenheit zu verändern. Ich will kleinen Kindern keinen Schaden zufügen. Ich bin gegangen. Warum ich das erzähle? 200 Meter weiter ist und war die zweitgrößte Kreuzung meiner Stadt. Durch die schieben sich täglich tausende von Fahrzeugen pro Stunde.
Die durften bleiben. 

von Bacci - veröffentlicht in: Leben - Community: Kultur-Schock
Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Monday, 14. july 2008 1 14 /07 /Juli /2008 03:39
Jetzt mal ehrlich. Wer hat noch nie jemanden zum Teufel gewünscht? Ich brauche keine Antwort. Jeder der älter als 10 Jahre ist, kennt diese innigliche Gefühl. „Der Teufel soll dich holen!“ sagen oder denken wir zu oder über missliebige(n) Zeitgenossen. Aber der Teufel holt sie nicht. Und sie gehen auch nicht zu ihm. Sie bleiben, sie bleiben hier. Bei uns. Und das oft sehr, sehr lange. Selbst wenn sie sterben sollten, im günstigsten Falle, nagt der Zweifel, ob sie in dieser von uns so fantasievoll gestalteten höllischen Hölle auch landen. Zum Teufel damit!
Einen wundervollen, geliebten Menschen hat wohl noch keiner von uns aus vollem Herzen zu Gott geschickt. Ich jedenfalls nicht. Den holt sich ja auch Gott bekanntermaßen immer sehr gerne sehr früh ab.
Wie jetzt?  Die Schweinepriester bleiben immer um mich herum, solange ich lebe und die gottgefälligen werden immer weniger? Ja, wer bin ich denn?
Je mehr ich diesen Gedanken weiter spinne, um so weniger möchte ich die Antwort wissen.

von Bacci - veröffentlicht in: Philisophie - Community: Kultur-Schock
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Saturday, 12. july 2008 6 12 /07 /Juli /2008 04:47
Ich bin immer wieder seltsam berührt, wenn ich diese Milchgesichter in Afghanistan oder im Irak in der Tagesschau oder sonstwo sehe. Buben, die gekleidet sind wie der Universal-Soldier und aussehen wie ein Pizzabote. Das sind sie und das waren sie schon immer, die so genannten Kriegshelden. Als ich 19 Jahre alt war, ich war gerade 6 Wochen bei der Bundeswehr, wurde bekannt, dass der „Schwarze September“ auf militärische Einrichtungen, wie zum Beispiel mein Regiment, gewaltige Anschläge plant. Um dem vorzubeugen, stattete man mich und einen schmächtigen Abiturienten mit scharfer Munition für unsere Schnellfeuergewehre aus und fuhr uns 2 Kilometer in den Wald an das „Ost-Tor“. Vorher wurden wir noch ausführlich darüber informiert, das der Angreifer über Panzerfäuste, Uzis, Kalaschnikows und ähnlich beeindruckenden Fernwaffen verfügt. Der Irrsinn war, wir und das Tor waren hell beleuchtet und ab 10 Metern um uns herum war alles sacknacht. Wir waren keine Wachen, sondern wir waren Schießbudenfiguren. Damals hatte ich lange acht Stunden Zeit, um über den Sinn eines Männerlebens nachzudenken. Am „Ost-Tor“ ist nichts passiert, aber bei allen meinen Großvätern und Urgroßvätern ist was passiert. Die waren alle in richtigen Kriegen. Ihr „Ost-Tor“ hieß Verdun oder Stalingrad oder Leipnitz oder sonst was. Keiner von ihnen wollte dahin. Sie waren da, weil alle Männer dort waren.
Jetzt dürfen Frauen zum Militär. Und sie melden sich. Freiwillig!
Maggie Thatcher hat damals im Handstreich die Falklands zurückerobert.
Kriege wird es wohl immer geben, aber vielleicht werden sie in Zukunft weiblicher.
High-Tec-Waffen und Pizzabotinnen.
von Bacci - veröffentlicht in: Leben - Community: Kultur-Schock
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Friday, 11. july 2008 5 11 /07 /Juli /2008 03:52
Sprache ist ein vielseitiges Instrument. Aber manchmal findet auch sie keine passende Melodie. Heute ist so ein Tag.
von Bacci - veröffentlicht in: Persönliches - Community: Kultur-Schock
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Thursday, 10. july 2008 4 10 /07 /Juli /2008 04:15
Wieso will das nicht in meinen Kopf? Jedesmal, wenn etwas gut ist, dann will ich, dass es so bleibt. Es ist noch nie so geblieben. Wenn ich denke, dass ist das Ende!, jetzt geht gar nichts mehr, dann stülpen sich auf einmal Möglichkeiten über mich, von denen ich nicht mal eine Ahnung hatte, das es sie gibt. Nur noch zugreifen. Aber ICH bin ja was ICH bin. Und wo ICH bin, da gibt es halt ein IMMER und ein NIE. Deshalb sind diese Möglichkeiten zwar freundlich gemeint, aber inakzeptabel. Da erwarte ich von meinem Schöpfer schon etwas mehr Entgegenkommen. Gott, bin ich blöd!

Eine wirklich wahre Geschichte: Die Freundin eines kleinen Angestellten machte mit der Begründung Schluss mit ihm, er werde ihr finanziell nie das bieten können, was sie von ihrem zukünftigen Mann erwartet. Das war an einem Freitag. Mit seelisch gebrochenem Rückrad zog er mit seinem besten Freund von Kneipe zu Kneipe, um seinen Schmerz zu feiern. Strunzbesoffen füllte er unterwegs noch einen Lottozettel aus. Der wurde am Dienstag in der Tageszeitung abgedruckt. 6 mit Zusatzzahl. Der Knabe war ein paar Tage später Teilhaber von seinem kleinen, aber feinen mittelständischen Betrieb.
Auch wenn sie jemand anderem passiert ist, es ist eine schöne Geschichte.

von Bacci - veröffentlicht in: Leben - Community: Kultur-Schock
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Tuesday, 8. july 2008 2 08 /07 /Juli /2008 03:22
Am 26.6. war ich richtig durch den Wind (siehe: „Und sonst? Alles im Griff?“). Jetzt sind nicht mal zwei Wochen vergangen und das damalige Desaster hat sich in puren Gewinn verwandelt. Besagter Drucker arbeitet jetzt unermüdlich für nur den halben Preis und Druckkopf plus Originalpatronen sitzen zur allgemeinen Beruhigung auf der Reservebank. Meine Enttäuschung über den geflickten silbernen Anhänger für meine Halskette habe ich dem Ebay-Verkäufer erst mal mit freundlichen Worten übermittelt. Den Impuls, eine wütende Bewertung abzugeben, habe ich erst mal unterdrückt. Als Reaktion darauf bekam ich umgehend mit einer Entschuldigung zwei neue kleinere Anhänger zugeschickt. Viel schöner und passender als der ursprünglich bestellte, den ich trotzdem behalten darf. Ich wurde vom Käufer zum Beschenkten.
Am 19. Mai war ich richtig gut drauf (siehe: „No Beschranking“). Ich habe mir in einem kleinen Laden per Internet in Tennessee, USA, fünf Maiskolben-Pfeifchen bestellt, die hierzulande nicht zu kriegen sind. Mit der Online-RatzFatz-Bezahlung habe ich den Deal perfekt gemacht. Irgendwas mit 30 Dollar. Nach 14 Tagen kam das Paket an, nach 17 Tagen waren 3 Mundstücke abgebrochen. Knack, fertig und aus. Mit Unterstützung von Herrn Langenscheidt mailte ich meine Verzweiflung nach Hendersonville. Ohne große Erwartungen. Im feinsten Südstaaten-Slang kam prompt eine Entschuldigung. Vor drei Tagen wurde mir ein Päckchen geliefert. Kostenlos. Mit fünf Maiskölbchen. Ich habe fünf bezahlt, jetzt habe ich sieben. Schon wieder beschenkt.
Wenn ich jetzt so nachdenke: In der ersten Hälfte meines Lebens, da hatte ich klare Vorstellungen davon, was sein muss. Das war anstrengend und endete katastrophal. In meiner zweiten halte ich seit vielen Jahren alles für möglich, was sein kann. Das ist anstrengend, gibt der Welt aber die Chance, sich auch mal von ihrer schönen Seite zu zeigen. Und die kenne ich. Schon seit längerem.

von Bacci - veröffentlicht in: Leben - Community: Kultur-Schock
Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Monday, 7. july 2008 1 07 /07 /Juli /2008 03:36
Demnächst sind es 10 Jahre. Seit fast 10 Jahren treffe ich mich jetzt regelmäßig mit einem Freund alle 6 – 8 Wochen. Dann kommt er, immer freitags oder samstags am Nachmittag, bei mir angeradelt und bringt einen Rucksack, vollgepackt mit dunklem Bier mit. Ich habe was zum Futtern vorbereitet und einen Stapel Videos und DVDs bereit liegen. Im Sommer setzen wir uns meistens erst mal auf den Balkon und schauen ein paar Stunden dem Getriebe auf der gut bevölkerten Straße unter uns zu. Ab und zu tauschen wir ein paar Sätze aus, ansonsten genießen wir schweigend unsere Gegenwart, das schöne Wetter und den Ausblick. Wenn der Filmabend beginnt, dann steht vom Cartoon bis zum Musikvideo alles auf dem Programm. Nur nichts Anspruchsvolles. Zwischen den Filmen quatschen wir dann immer mal ein paar Takte. Was aber die ganze Sache so schön macht, das ist die Zwanglosigkeit. Ist einer von uns beiden mal kaputt, dann dösen wir so vor uns hin und trennen uns eben kurz nach Mitternacht. Im anderen Falle kann es dann auch gerne mal 6Uhr morgens werden. So oder so, am Ende ist es stets ein gelungener Abend geworden.
Vielleicht liegt es daran, daß wir zwei grundverschiedene Männer sind. Er englisch, ich deutsch, er Skorpion, ich Zwilling, er Angestellter, ich Freiberufler, er jünger, ich älter? Egal. Ich kann mit dem Knaben reden oder mit ihm schweigen, ich kann mich mit ihm langweilen oder amüsieren, Hauptsache ist, dass wir es zusammen machen.
Eine feine Sache ist das.  
von Bacci - veröffentlicht in: Persönliches - Community: Kultur-Schock
Kommentar hinzufügen - Kommentare (2)ansehen

Über diesen Blog

Kalender

February 2012
M T W T F S S
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29        
<< < > >>

Blog erstellen

Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum