Sonntag, 6. juli 2008
Zwischen meinem 5. und 11. Lebensjahr bin ich quasi wie ein Bauernbub aufgewachsen. Davor war ich das Kind von meinen Stadtmenschen-Eltern, die mir bis dahin soviel wie möglich beibrachten. Was die zweite Hälfte meines kleinen Lebens betraf, so konnte ich doch recht wenig davon wirklich gebrauchen.
Sie haben mir nicht erzählt, daß es zwei Sorten von Rindviechern gibt. Die einen nennt man Kühe, die anderen Bullen. Die Bullen sollte man nicht versuchen zu streicheln, ausser man nennt die Bullen Ochsen, dann kann man es. Ebenfalls gibt es Unterschiede beim Federvieh. Freilaufende Hühner hüpfen beflissen zur Seite, wenn man den Hof betritt, eine Horde Gänse dagegen tobt lärmend und flügelschlagend auf einen zu und tut einem richtig weh, vor allem, wenn man erst 6 Jahre alt ist. "Gans" kannte ich von meinen Eltern nur im Zusammenhang mit Weihnachten. „Hunde die bellen, beißen nicht.“ Schön, aber man sollte diesen Spruch nicht bei einem Hofhund überprüfen, der sein erbärmliches Leben ausschließlich an einer 5m langen Kette verbracht hat. Bis ich mein 10. Lebensjahr erreicht hatte, habe ich sehr viel gelernt, nicht nur über Tiere, sondern auch über Pflanzen. Manche schmecken gut, machen satt, andere lassen dich 3 Tage nicht mehr von der Kloschüssel runter. Ab meinem 11. Lebensjahr landete ich dann wieder in der Stadt, in einem Knabengymnasium. Bei dem, was da ablief, konnten mir die Eltern auch nicht helfen. Die waren ja jetzt Provinzler. Die soziale Hack- und Rangordnung unter uns Schülern auf der einen, und die fantsievolle Machtausübung seitens der Lehrer auf der anderen Seite, ließen mich die folgenden fünf Jahre unentwegt Neues lernen. Dann hörte Schule auf und das richtige Leben begann.
In den folgenden –zig Jahren haben mir meine Erfahrungen und meine soliden Wurzeln immer recht gut geholfen, aber wenn ich mal in eine böse Falle getappt bin, dann wurde sie von einem aufgestellt, der vollkommen frei von jedem Warnhinweis war.
Nach jedem blutigen Massaker bestätigt die eilig befragte Umwelt des Täters erst einmal, dass er ein ruhiger, freundlicher und hilfsbereiter Mensch gewesen sei.
Wie soll man denn auf so eine Erlebnis reagieren? Ich glaube, besser gar nicht.
von Bacci veröffentlicht in: Leben Community: Kultur-Schock
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Donnerstag, 3. juli 2008

Ich muss zugeben, wenn sich die Gelegenheit bietet, dann schaue ich doch immer wieder gerne in so eine Krawall-Talkshow rein, die um die Mittagszeit die Privatsender bereichert. Des Öfteren muss ich allerdings weiter zappen, weil mein Glaube an die Menschheit sonst unwiderruflich Schaden nehmen würde. Aber bei einem bestimmten Thema klebt die Fernbedienung von Anfang bis Ende unbenutzt in meiner Hand: "Ich kriege alle Frauen!" oder wahlweise "Ich kriege jeden Kerl, den ich haben will in mein Bett!" Das ist einfach nur faszinierend. Das ist immer wieder – unglaublich.

Der Einfachheit wegen beziehe ich mich jetzt auf das Thema "Ich kriege alle Frauen". Läuft sowieso alles gleich ab. Bei "Ich kriege jeden Kerl ..." fehlt mir halt doch die innere Beteiligung.

Die Show beginnt, Kasim wird angkündigt, der von sich behauptet, er hat mit seinen 22 Jahren schon über 50 Frauen gehabt. Ein bildhübscher Kerl mit einem Gesicht wie aus "Tausend und einer Nacht" kommt herein, setzt sich strahlend auf einen Stuhl, macht die Beine breit und fragt die Welt, was sie von ihm über Weiber wissen will. Sein Deutsch kommt mit überraschend wenigen Worten zurecht. Dann wird es spannend. Marco, 20, kommt jetzt und er findet Typen wie Kasim zum Kotzen. Ein etwas blasser, schlacksiger junger Mann mit leicht hängenden Schultern setzt sich neben Kasim und findet es Scheiße, wie der mit Frauen umgeht. Kasim schaut ihn mitleidig an und weiss überhaupt nicht, von was der redet. Marco ist moralisch zwar engagiert, kommt aber nicht sehr überzeugend rüber. Jetzt freuen wir uns gemeinsam auf Sandro, 28, an dem die Frauen nur deshalb so kleben, weil er ihnen zeigt, wo´s langgeht. Sandro ist Bauhelfer, macht Bodybuilding und hat beeindruckende körperliche Ausmaße. Er hat viel zu sagen, aber man versteht ihn schlecht, weil sächsisch nicht jedem geläufig ist. Machos sind das Letzte, meint der nächste Gast, und das ist Hansheinz, Hausmann und Vater von drei Kindern. Schmal im Gesicht, T-Shirt, Vollbart, Brille, greift er Sandro sofort an. Der weiß überhaupt nicht von was der redet und schaut ihn nur mitleidig an. Hansheinz ist zwar laut, bleibt dabei aber seltsam unsichtbar. Es folgen noch andere Gäste, aber nix Neues kommt nicht nach.

Heinrich Heine hat das mal ungefähr so ausgedrückt:
" ... ihnen ist die Kraft des Bösen abhanden gekommen, aber auch die Kraft des Guten"

Ich denke, ein kräftiger Schuss männliches Arschloch und eine Schaufel weibliche Schlampe ist eine gute Voraussetzung für eine lange Beziehung.

von Bacci veröffentlicht in: Leben Community: Kultur-Schock
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Dienstag, 1. juli 2008

Kürzlich hat mir jemand die Geschichte über eine ca. 50jährige Frau erzählt, die vor Jahren eine Bürgschaft für einen Kredit unterschrieben hat, den ihr Mann dringend für seine Firma brauchte. Sie war nur Hausfrau und Mutter und ihr Mann dann bald darauf pleite. Firma kaputt, Ehe am Ende, Mann weg – aber mit Sekretärin. Scheidung. Ihr Ex, mit Schulden in fast Millionenhöhe, konnte sein Glück vermutlich gar nicht fassen, denn die Sekretärin heiratete ihn trotzdem. Unter ihrem Namen gründeten sie eine neue, aber jetzt florierende Firma, in der er für ein mächtig kleines Gehalt arbeitet. Der gute Mann ist besitzlos, muss jetzt mit dem Firmen-Porsche herumfahren und darf nur in dem schönen Haus seiner neuen Frau wohnen. Die Ex-Frau ist jetzt auch besitzlos, sie hält sich mit einem kleinen Job über Wasser und arbeitet damit gleichzeitig ihre Bürgschaft ab. Ca. 100.000 Euro.
Man kann gar nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte.
Und trotzdem, am Anfang muss Liebe da gewesen sein. So ein schönes Paar! Jeder kennt so eine oder eine so ähnliche Geschichte.
Gegen so Killer wie Nikotin, Alkohol, Waffen, Raserei auf allen Straßen usw. kann man Gesetze erlassen und den Bürger vor sich selbst schützen. Aber gegen die Liebe?
Alle 47 Minuten nimmt sich in unserer Republik z.Zt. ein Mensch das Leben. Was mag der Grund sein? Bei Tötungsdelikten geht die Polizei gerne erst mal von einer Beziehungstat aus. Wahrscheinlich aus Erfahrung.
Ich werde jetzt versuchen, aus dieser Nummer wieder heraus zu kommen.
Es funktioniert nicht. Ich habe keine Pointe.
Ich bin nur froh, dass ich meine Frau habe, meine Tabakspfeife und noch einen Schluck Wein im Glas. Ich bin mitten drin. In Allem.


von Bacci veröffentlicht in: Leben Community: Kultur-Schock
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Sonntag, 29. juni 2008
Ich habe bis neulich noch nie von einem Fernando Torres gehört und auf einmal  rennt der über die Wiese und ballert mir ein Loch in mein kleines persönliches Weltbild. Da wo jetzt das Loch ist, da stand vorher ein blitzblanker Pokal und in leuchtenden Buchstaben das Wort EUROPAMEISTER. Mit was soll ich das denn jetzt auffüllen? Vielleicht mIt "ich bin "Weltmeister im Frauenfussball"? Na prima! Vielen Dank, Herr Torres!!

von Bacci veröffentlicht in: Persönliches Community: Kultur-Schock
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Samstag, 28. juni 2008
Vor ein paar Jahren war es noch ein nur kleines Problem.  Man soff so vor sich hin,  erklärte seiner Umgebung die Weltformel, schloss wichtige Geschäfte ab, machte riesige Versprechungen, umarmte wildfremde Leute und gestand ihnen weinend, dass man noch nie in seinem Leben einen so guten Menschen getroffen hat. Den anwesenden Freunden wurde gnadenlos der Spiegel vorgehalten, weil, so gute Freunde waren sie ja eigentlich noch nie.
Bis zum Eichstrich angefüllt mit Alkohol und Selbstbewußtsein kam man dann irgendwie nach Hause, fiel ins Bett und - wachte am nächsten Morgen als Riesenarschloch mit einem Mordskater auf. Bruchstückhafte Erinnerungen ließen dann immer Böses ahnen, was innerhalb der vorhandenen Gedächnislücken noch stattgefunden haben mag. Dann die Erleichterung: Alle Zeitzeugen waren ähnlich besoffen und hatten ebenfalls nur eine vage Erinnerung an diesen Abend. Nix Schlimmes ist nicht passiert.
Heute aber ist alles anders. Man säuft so vor sich hin, hat den ultimativen Gedanken, voller Wut und Empörung hackt man seine Meinung in die Tastatur und im besten Falle haut man sie mit einem beherzten Klick via Rundmail in die Welt. Am nächsten Morgen lesen lauter hellwache Menschen dieses blubbernde Fanal der Wahrheit. Und alle kennen einen. Und alle kennen einen eigentlich anders.
Das war früher besser. Früher konnte man nur sein gesprochenes Wort nicht mehr zurücknehmen. Heute können alle die an sie getippten Worte solange behalten wie sie wollen. Das ist eindeutig zu lange. Das muss mal gesagt werden. Und das werde ich auch jetzt veröffentlichen. Außerdem habe ich jetzt nichts mehr zu trinken.


von Bacci veröffentlicht in: Alltag Community: Kultur-Schock
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Freitag, 27. juni 2008
Schon mal darüber nachgedacht? Strom entsteht nur dann, wenn ein „Plus-Pol“ und ein „Minus-Pol“ vorhanden ist. Unsere Welt rotiert nur deshalb so friedlich durch die Jahreszeiten, weil die Erdachse sich am Nord- und am Südpol festhalten kann.  Dadurch entsteht zwangsläufig Tag und Nacht, Sommer und Winter, Hell und Dunkel, Nass und Trocken, Dürr und Üppig, Ebbe und Flut und so weiter und so fort.
Spinnen wir mal diesen Gedanken weiter und betrachten unseren Alltag:
Da sind Schwäche und Stärke, Dummheit und Klugheit, Liebe und Hass, Gut und Böse, Reich und Arm, Träumer und Realisten, Gewinner und Verlierer, Sanftheit und Brutalität, Trauer und Glück, Spät und Früh, Mut und Feigheit, Süß und Sauer, Freund und Feind und so weiter und so fort.
Dann gibt es noch: Das Diesseits und das Jenseits, Gott und den Teufel, Hölle und Paradies, Geburt und Tod, Gläubige und Ungläubige, Selige und Verdammte, Sünder und Heilige und nicht zuletzt im Universum: Materie und Antimaterie.
Und nun ist gut. Jetzt kann jeder für sich selbst mal weiterdenken.
Komisch, eigentlich wollte ich nur ein paar Zeilen darüber schreiben, wie wohl ich mich in meiner Beziehung fühle. Ich, ein Mann und sie, eine Frau.
von Bacci veröffentlicht in: Philisophie Community: Kultur-Schock
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Donnerstag, 26. juni 2008
Manchmal gibt es eine Reihe von Tagen, die stimmen einen doch recht nachdenklich. Bei einer lumpigen, aber nicht unwichtigen Überweisung, baut man einen Zahlendreher. Bis der dann endlich entdeckt und geklärt ist, ist man der Depp des Monats. In der selben Zeit diagnostiziert man sachkundig den schwarzen Streifen auf allen Ausdrucken als ein Problem des Druckkopfes. Gewieft wie man ist, kauft man einen neuen Druckkopf, baut ihn ein und stellt anhand des immer noch vorhandenen schwarzen Streifens auf den Ausdrucken fest, es ist dann doch wohl ein Problem des Druckers. Unbeeindruckt davon, bleibt man auf der Gewinnerseite und holt sich bei Ebay für akzeptables Geld ein Gerät gleicher Bauart, passend zum nagelneuen Druckkopf. Nach Tagen des Wartens (siehe Artikel „DHL“) ist der Drucker endlich im Haus. Ein besonderes Gimmick ist bei diesem Gerät der „leicht zu entfernde“ Armor-Adapter, der es erlaubt, Tintenpatronen zu benutzen, die nur die Hälfte kosten. Selbstverständlich hat dieses Ding allen Bemühungen getrotzt und ist heute noch an seinem Platz. Aber man ist ja lernfähig und stolz auf seinen analytischen Verstand. Fix wird ein Satz armor-kompatible Tintenpatronen bestellt und nach zwei weiteren Tagen des Wartens druckt der Drucker wieder und die Original-Patronen sowie der neue Druckkopf schauen ihm vom Regal aus dabei zu. In der selben Zeit steigert man bei Ebay für einen silbernen Anhänger für eine Halskette. Vielleicht etwas geschmacklos, aber dafür recht groß. In der letzten Minute, das Gebot steht bei ca. 12 Euro, tippt man sein Maximalgebot ein: 16 Euro. Ob der verbleibenden kurzen Zeit ist man wohl etwas zu hastig unterwegs, denn es wird bestätigt, dass man 1600 Euro geboten hat. Klar, daß man dieses Teil gewonnen hat. Für 27 Euro. Heute ist es im Briefkasten gelegen. Ein schönes Teil. Beim einfädeln in die Halskette ist es sofort herunter gefallen.  Die Öse war mit Sekundenkleber an den Anhänger geklebt. Hielt tatsächlich eine Sekunde. Der Juwelier meint, mit 15 Euro kriegt man das schon wieder hin.
Natürlich könnte man jetzt langsam ausflippen. Aber nicht ich – ich werde nur nachdenklich und finde, daß ist doch eine verdammt gute Story.
von Bacci veröffentlicht in: Alltag Community: Kultur-Schock
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Mittwoch, 25. juni 2008
Gibt es eine Möglichkeit, unser Gehirn davon zu überzeugen, eine Realität anzunehmen, die jenseits der Vorstellungskraft liegt? Ja, die gibt es. Ich rede hier keineswegs von irgendwelchen metaphysischen Ereignissen wie Geistwesen, Hellseherei oder Wiedergeburt. Mittlerweile hat sowas dank Quantenphysik, Homöopathie und Pro7 einen eigenen festen Platz in unserem Denken bekommen. Nein, ich rede hier von Fotos. Von ganz einfachen, stinknormalen Fotos.
Nehmen wir mal, nur theoretisch, ein Klassentreffen nach gut 20 Jahren als Grundlage. Wir tragen unser Hirn dahin und lassen es ein teils verwundertes, teils ungläubiges Update machen. „Oh mein Gott! Die sehen ja alle aus wie ihre Eltern!“ Als Wirt von diesem Hirn kann man dem nur zustimmen.  Es könnten Tage von selten innerem Einklang folgen. Dann, irgendwann danach, könnte man im Briefkasten eine CD von einem dieser unvermeidlichen Übereifrigen finden, die ständig mit ihrer Digitalkamera unterwegs sind und dann stolz ihre Ergebnisse präsentieren.
Natürlich betrachtet man, rein theoretisch, neugierig die Fotos. Da sind sie nun alle zu finden, die Leute. Genau so, wie man sie gesehen hat. Selbst ist man auch ständig dazwischen, nur sieht man aus wie der eigene Vater und wirkt reichlich übergewichtig.
Was ist daran das Unbegreifliche für unser Hirn? Was muß es lernen?
Es muss akzeptieren, dass es trotz High-Tec-Kameras die verdammten Amateure nicht schaffen, ein ordentliches Foto abzuliefern!
Und das ist schwer, sehr schwer zu verstehen.

von Bacci veröffentlicht in: Leben Community: Kultur-Schock
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Montag, 23. juni 2008

Donnerstag und Freitag habe ich auf ein wichtiges Paket gewartet, daß mit der DHL geliefert werden sollte. 2 Tage, von früh morgens bis nachmittags bin ich ohne Ausnahme auf Bereitschaft gewesen, um es entgegen zu nehmen. Es kam nicht. Am Samstag lag dann die "Benachrichtigung Paketzustellung" in meinem Briefkasten, weil ich nicht anzutreffen war. Heute kann ich zu meiner "Ausgabenstelle Postbank Filialvertrieb AG" latschen, um diese paar Kilo höchstpersönlich durch meinen halben Stadtteil zu schleppen. Schätze, die DHL hat in dem von mir bezahlten Porto einkalkuliert, daß nur der Empfänger der Lieferung die notwendige Sorgfalt aufbringt, für die sie garantiert. Da wäre was dran.
Es sind diese kleinen Alltäglichkeiten, bei denen ich mich manchmal frage: Ist da nicht eine Geschichte drin, die du schon kennst? Ist da nicht ein "Schon-Wieder"? Aber ja. Es ist eine Geschichte vom Warten und Erwarten. Als Kind wartet man darauf, daß Mama und Papa immer da sind, als Jugendlicher, daß man ernst genommen wird, als Erwachsener, daß es Gerechtigkeit gibt und jetzt, jetzt ist mir klar, um was es geht! Ich muß nur noch die richtigen Worte finden. Einen kleinen Moment ... ...

von Bacci veröffentlicht in: Philisophie Community: Kultur-Schock
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Freitag, 20. juni 2008
Kann mir einer mal sagen, wann das Wort „Sicher“ und „Sicherheit“ auf diesem Planeten zum ersten Mal aufgetaucht ist? In dieser unseren Welt? Ausgerechnet? Wir leben hier auf einer dünnen Eierschale, die mehr oder weniger auf einem glühenden Dotter schwimmt und auf den nächsten Einschlag von irgendeinem Asteroiden oder Kometen wartet. Hallo? Von Sicherheit ist in diesem Universum wohl noch nie die Rede gewesen.
Also, wer hat´s erfunden?
Heute hat mich ein verliebter, zaudernder Mensch gefragt: „Wie kann ich denn sicher sein, daß ich nicht schon wieder belogen und betrogen werde?“ Natürlich garnicht! Aber aus Angst vor dem Risiko evtl. die Chance seines Lebens verpassen? Armer Kerl!
Ich selbst habe mehr Angst vor dem „Hätte-Ich-Es-Doch-Gemacht“ am Ende meines Lebens, als vor dem „Das-Kann-Aber-In-Die-Hose-Gehen“ während ich noch lebe.
Der Tod ist doch nur sicher, das Leben nie.

„Ich würde mich das NIE trauen“, so hat meine immer übervorsichtige Mutter mal eine recht banale Geschichte meines Onkels, Gott hab in selig, kommentiert. Er schaute sie damals halb irritiert, halb amüsiert an und antwortete auf seine unnachahmlich staubtrockene, oldenburgische Art: „Hast recht, Inge. Bohrs inne Nase, bricht Finger ab, fällt ins Auge, biss blind. Immer schön fein aufpassen!“
Jau! Soviel dazu.
von Bacci veröffentlicht in: Leben Community: Kultur-Schock
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